Die Arbeit mit einer Motorsäge ist immer gefährlich. Deshalb solltet Ihr bei jedem Einsatz der Kettensäge hochwertige Schnittschutzkleidung tragen, um Euch vor Verletzungen zu bewahren. Neben der Schnittschutzhose spielen auch die Schnittschutzschuhe und die Schnittschutzjacke eine große Rolle.
Wenn Ihr für Eure Forstarbeiten eine Schnittschutzhose kaufen möchtet, solltet Ihr Euch vorher über die Schnittschutzklassen und Schnittschutzformen informieren. Beide Angaben verraten Euch, wie sicher die Kleidung wirklich ist und wie gut sie Euch im Ernstfall schützt. Auf dieser Seite findet Ihr beides kompakt erklärt, damit Ihr die richtige Kombination aus Klasse und Form für Euren Einsatz wählen könnt.
Wie funktioniert der Schnittschutz überhaupt?
Bevor wir zu den Klassen kommen, lohnt ein Blick auf das Funktionsprinzip. In der Schutzschicht der Hose liegen lange, reißfeste Schnittschutzfasern lose ein. Trifft die laufende Kette auf den Stoff, zieht sie diese Fasern heraus. Die Fasern wickeln sich um das Kettenrad und blockieren den Antrieb. Dadurch wird die Kette in Sekundenbruchteilen abgebremst, bevor sie tief ins Bein eindringen kann.
Genau deshalb dürft Ihr eine beschädigte Schutzschicht auch niemals vernähen: Eine Naht durch diese Schicht fixiert die lose einliegenden Fäden und setzt die Schutzwirkung herab oder hebt sie ganz auf.
Die Schnittschutzklassen 0 bis 4 im Überblick
Schnittschutzhosen werden nach der Norm EN ISO 11393-2 geprüft, die die ältere EN 381-5 abgelöst hat. Die Norm regelt die Anforderungen an den Beinschutz und teilt die Hosen in fünf Klassen ein. Der entscheidende Unterschied zwischen den Klassen ist die maximale Kettengeschwindigkeit, bis zu der eine Schutzwirkung nachgewiesen ist.
| Schnittschutzklasse | Kettengeschwindigkeit | Eignung |
|---|---|---|
| Klasse 0 | bis 16 m/s | Untere Stufe, in der Praxis meist zu wenig |
| Klasse 1 | bis 20 m/s | Standard für die meisten Anwender |
| Klasse 2 | bis 24 m/s | Häufige oder professionelle Arbeiten |
| Klasse 3 | bis 28 m/s | Hohe Beanspruchung, schnelle Sägen |
| Klasse 4 | bis 32 m/s | In der Norm definiert, am Markt sehr selten |
Das Wichtigste in Kürze:
- Je höher die Klasse, desto besser ist der Schutz, desto schwerer und steifer wird aber auch die Hose.
- Bei Schnittschutzhosen gilt die Klasse 1 als Standard und reicht in den allermeisten Fällen aus.
- Höhere Klassen gehen immer zu Lasten von Bewegungsfreiheit und Tragekomfort.
- Welche Klasse Ihr braucht, richtet sich nach der Kettengeschwindigkeit Eurer Säge laut Betriebsanleitung.
Schnittschutzklasse 0
Klasse 0 gewährleistet einen Schutz bis zu einer Kettengeschwindigkeit von 16 Metern pro Sekunde. In der Praxis hat sich gezeigt, dass das in den meisten Fällen nicht ausreicht. Wir raten Euch deshalb von Hosen der Klasse 0 ab und empfehlen mindestens Klasse 1.
Schnittschutzklasse 1
Die Schnittschutzhose der Klasse 1 gilt als Standard und schützt bis zu einer Kettengeschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde. Gemeint ist dabei die Geschwindigkeit der „auslaufenden Kette”: Es darf kein Antrieb mehr anliegen, der Finger also nicht mehr am Gas sein, wenn die Kette die Hose trifft. Moderne Hochleistungssägen erreichen kurzzeitig höhere Geschwindigkeiten, weshalb auch Klasse 1 keine absolute Sicherheit garantiert. Für den überwiegenden Teil der Anwender ist sie dennoch der beste Kompromiss aus Schutz und Tragekomfort.
Schnittschutzklasse 2 bis 4
- Die Klasse 2 bietet laut Norm Schutz bis 24 Meter pro Sekunde. Die Hosen sind etwas teurer und schwerer, was durch den höheren Materialbedarf bedingt ist. Sinnvoll ist sie bei häufigem oder professionellem Einsatz.
- Die Klasse 3 schützt bis zu einer Kettengeschwindigkeit von **28 Metern pro S


