Schnittschutzschuhe: Anforderungen | Klassen | Vergleich | Tipps

Schnittschutzschuhe und -stiefel (gekennzeichnet mit dem Kürzel CR) schützen Eure Füße und den unteren Beinbereich vor der Kettensäge. Diese Auswahl zeigt beliebte Modelle bekannter Forst-Marken.

Robuste Schnittschutzstiefel auf dem Waldboden mit Rinde und Sägespänen

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Damit Ihr anfallende Forst- und Schnittarbeiten effektiv und sicher ausführen könnt, braucht Ihr neben einer guten Schnittschutzhose auch das passende Schuhwerk. Sie sind Teil der vollständigen Schnittschutzkleidung und eine vorgeschriebene Arbeitsschutzmaßnahme, auf die Ihr auch im privaten Bereich keinesfalls verzichten solltet.

Sie sorgen für einen sicheren Stand und guten Komfort bei bestmöglicher Sicherheit. Doch wie findet Ihr geeignete Schnittschutzschuhe und worauf solltet Ihr beim Kauf achten? Wir verraten es Euch.

Welche Anforderungen müssen Schnittschutzschuhe erfüllen?

Die passenden Schuhe sind ein wichtiges Arbeitsutensil für jede Person, die forstwirtschaftliche Arbeiten ausführt. Lange galt der sogenannte Knobelbecher als optimale Fußbekleidung für Land- und Forstwirte. Diese Zeiten sind vorbei, denn seit den 1970er-Jahren gibt es spezielle Schnittschutzschuhe, die bei allen professionellen Schnittarbeiten getragen werden. Sie zeichnen sich durch die folgenden Besonderheiten aus:

  • Hochwertige Materialien senken die Verletzungsgefahr
  • Schnittschutzeinlagen minimieren das Risiko für Schnittverletzungen an den Füßen
  • Robuste Verarbeitung sorgt für einen sicheren Stand

Früher wurden feste Lederschuhe mit Stahlkappe an der Spitze bereits als Schnittschutzschuhe bezeichnet. Da die Stahlkappe aber nur die Zehen vor einem herabfallenden Ast oder Werkzeug schützt und nichts gegen die laufende Kette ausrichtet, sind die Anforderungen schnell gestiegen. Heute müssen moderne Schnittschutzschuhe die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Pflegeleichte, robuste und belastbare Außenhülle
  • Wasserabweisende Membran
  • Eine der Schutzklasse entsprechende Schnittschutzeinlage im vorderen Bereich

Während die Schnittschutzeinlage den vorderen Bereich Eurer Füße schützt, bewahrt die Nässeschutzmembran Euch vor Feuchtigkeit. Die verstärkte Sohle schützt Euch zusätzlich von unten.

Nach welcher Norm werden Schnittschutzschuhe geprüft?

Hier müsst Ihr zwei Dinge sauber auseinanderhalten, die im Handel oft durcheinandergeraten: den Schnittschutz gegen die Kettensäge und den allgemeinen Sicherheitsschuh-Standard.

Der eigentliche Schnittschutz wird heute nach EN ISO 11393-3 geprüft. Diese Norm regelt seit 2020 den Fußschutz gegen handgeführte Kettensägen und hat die ältere EN 381 abgelöst. Beim Test wird ein genormter Holz-Dummy in den Stiefel gesteckt, mit getrockneten Erbsen gefüllt und mit einer laufenden Kettensäge beschnitten, um die Schutzwirkung messbar zu machen. Daneben existiert die ältere Sektor-Norm EN ISO 17249 für Sicherheitsschuhe mit Schutzwirkung gegen Kettensägen. Beide Normen beschreiben denselben Grundgedanken und kennzeichnen den Schnittschutz mit dem Kürzel CR.

Den zweiten Baustein liefert die Sicherheitsschuh-Norm EN ISO 20345. Sie regelt zum Beispiel die Zehenkappe, den Durchtrittschutz und die Wasserabweisung und ist die Grundlage für die Kategorien S1, S2 und S3. Wichtig für Euch: diese S-Kategorien sagen nichts über den Schnittschutz aus. Ein guter Forststiefel kombiniert beides, also etwa eine S3-Ausstattung plus die Kennzeichnung CR für den Schnittschutz.

Schnittschutzklassen bei Schuhen im Überblick

Wie bei der Schnittschutzhose richtet sich die Klasse nach der maximalen Kettengeschwindigkeit, die das Material stoppen kann:

SchutzklasseMax. KettengeschwindigkeitTypischer Einsatz
Klasse 1bis 20 m/sGarten, Brennholz, gelegentlicher Privateinsatz
Klasse 2bis 24 m/sanspruchsvollerer Privat- und Nebenerwerb
Klasse 3bis 28 m/sprofessionelle Forstarbeit

Schaut also nach, welche Kettengeschwindigkeit Eure Motorsäge erreicht, und wählt das Schuhwerk entsprechend. Für den Privatgebrauch seid Ihr meist mit Klasse 1 gut beraten, bei häufigerer Nutzung mit Klasse 2. Klasse 3 bleibt in der Regel den Berufsforstleuten vorbehalten.

S1, S2 und S3: die Sicherheits-Kategorien richtig deuten

Damit Ihr beim Kauf nicht durcheinanderkommt, hier die Sicherheits-Kategorien nach EN ISO 20345 im direkten Vergleich. Sie betreffen Durchtrittschutz und Nässe, nicht den Kettenschutz:

KategorieWasserabweisendDurchtrittschutzProfilsohle
S1neinneinnein
S2janeinnein
S3jajaja

Alle drei Kategorien enthalten eine Zehenkappe und antistatische Eigenschaften. Für die Forstarbeit auf weichem, unebenem und oft nassem Waldboden empfehlen wir Euch eine **S3-Ausst

Häufige Fragen

Welche Schnittschutzklasse brauche ich bei Schuhen?
Die Klasse richtet sich nach der maximalen Kettengeschwindigkeit Eurer Säge: Klasse 1 deckt bis 20 m/s ab, Klasse 2 bis 24 m/s, Klasse 3 bis 28 m/s. Für den Privatgebrauch genügt meist Klasse 1, gelegentlich Klasse 2. Berufsforstleute greifen zu Klasse 3.
Was ist der Unterschied zwischen S1, S2 und S3 bei Schnittschutzschuhen?
S1, S2 und S3 stammen aus der Sicherheitsschuh-Norm EN ISO 20345 und betreffen NICHT den Schnittschutz. S1 bietet Zehenkappe und antistatische Sohle, S2 ergänzt Wasserabweisung, S3 zusätzlich Durchtrittschutz und Profilsohle. Den Schutz gegen die Kette liefert allein die Kennzeichnung CR.
Schnittschutzstiefel oder Halbschuh: was ist besser?
Stiefel schützen zusätzlich den Knöchel und das Schienbein und geben auf unebenem Waldboden mehr Halt. Halbschuhe sind leichter und luftiger und eignen sich für leichtere Garten- und Brennholzarbeiten auf festem Untergrund. Für echte Forstarbeit raten wir Euch zum Stiefel.
Welche Marke ist bei Schnittschutzschuhen empfehlenswert?
Bewährt haben sich Haix, Stihl, Oregon, Pfanner und Kox. Achtet weniger auf den Namen als auf die Kennzeichnung: CR für den Schnittschutz, die passende Klasse und idealerweise ein KWF-Prüfsiegel für die Forstarbeit.
Woran erkenne ich, dass ein Schuh wirklich Schnittschutz bietet?
Ein echter Schnittschutzschuh trägt das Kürzel CR und ist nach EN ISO 11393-3 (Fußschutz gegen Kettensägen) geprüft. Eine reine Stahlkappe oder ein normaler Sicherheitsschuh ohne CR bietet keinen Schutz gegen die laufende Kette.

Quellen